Am Freitag, 31. Juli 2026 war es wieder soweit. Unsere Reise nach Griechenland begann wieder sehr früh. Roger & Eveline starteten aus der Schweiz und Reiner machte sich aus Deutschland auf den Weg. Josef "der Bayer" ist natürlich schon früher angereist, er musst uns auch vom Flughafen Athen abholen. Nein Scherz beiseite: Josef darf aus Gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr Aktiv in der Feuerwehr mitmachen, doch auf Privater Ebene unterstütz er uns alle noch weiterhin und geniesst die Freie Zeit mit seiner Frau.
Wie erwartet rollte unser Flugzeug mit ca. 30 Minuten Verspätung in Richtung Startpiste 28. Dann gings aber los und der Flieger hob ab. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir den Luftraum von Griechenland. In der ferne sahen wir aus den Fenster schon die ersten Rauchwolken über dem Festland. Nicht weit von Athen entfernt. Beim Anflug spürten wir schon dass es zu diesem Zeitpunkt stark windete, mit leichten Turbulenzen landete unser Flugzeug sicher in Athen.
Nach der Ankunft holten wir unser Gepäck vom Förderband und gingen direkt zum Ausgang. Nach einigen Minuten kahm unser Taxi herangebraust. Schnell alles verstaut und ab ging es zum Hotel für das Check-In. Die Freude war sehr gross und die Begrüssung wieder einmalig. Später ging es auf die Wache. Alle wieder zu sehen war sehr schön und auch dort Begrüssten wir uns herzlich. Es war schon wieder bei unserer Griechischen Familie zu sein. Mit unserem Feriendienstfahrzeug holten wir später auch Reiner im Hotel ab und verbrachten einen schönen Abend auf der Wache.
Am nächsten Morgen trafen wir uns zum Frühstück und danach ging es auf die Station. Die erste Schicht startete um ca. 10:00 "Griechische Zeit".
Nach Plan wurden zwei Fahrzeuge für die Schicht bereitgestellt und mit der Ausrüstung beladen. Reiner und Eveline waren beim Neuen Voutzas 10 eingeteilt und Roger bei Voutzas 7. Voutzas 10, der Mercedes konnten wir im 2025 über Spenden erwerben und wurde im Frühling 2026 offiziell in den Dienst genommen.
Danach gings um ca. 13:00 los, Voutzas 10 blieb mit der Crew vorerst bei der Wache. Mike testete die Schnelle 55er Leitung ab Voutzas 10. Mit dem 7er fuhren wir zu dritt zum Patrouillen-Punkt " 1. Ausfahrt Neos Voutzas".
Am späteren Abend wurden einige Leute ausgetauscht und wir hatten die Information erhalten, dass wir evtl. mit einer Crew nach Vilia fahren würden um unsere Freunde Vorort zu unterstützen. Wir verpflegten uns uns kontrollierten nochmal unsere Ausrüstung für den Bevorstehenden Einsatz. Leider gab es eine Planänderung und wir machen uns auf den Weg Richtung Marathon und beendeten unseren 1. Dienst um Mitternacht. Wir hatten uns schon sehr auf den bevorstehenden Einsatz gefreut und waren natürlich über die Planänderung nicht so erfreut. Müde nach einer langen, anstrengenden Schicht und ohne viel zu sprechen gingen wir ins Hotel um uns vom langen Tag zu erholen.
Sonntag, nach einer kurzen Nacht trafen wir uns vor dem Mittag wieder auf der Wache, die nächste Schicht steht an. Dieses mal waren wir alle drei auf dem gleichen Fahrzeug eingeteilt und wir fuhren zu unserem zugeteilten Punkt. An unserem Standort, beim ehemaligen Parkplatz von Marathon Richtung Schinias verbrachten wir einige Stunden im Schatten. Zur Abwechslung kahm Voutzas 1 mit der Verpflegung und wurden gleichzeitig informiert, dass die Vorbereitungen für Vilia noch laufen und dass wir um 18:00 mit zwei Fahrzeugen dorthin fahren werden.
Der Hunger war weg und die Freude gross. Unsere Verpflegung spendeten wir grosszügig einem streuenden Hund. Dieser hatte viel mehr Freude am Fisch als wir. Danach packten wir zusammen und fuhren zurück auf die Wache.
Eine Stunde später ging es mit den Fahrzeugen los. Vollgepackt fuhren wir Richtung Vilia. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden bis wir im ca, 90km entfernten Krio Pigadi ankamen.
Die Fahrt kam uns wie eine Ewigkeit vor, da die Feuerwehrfahrzeug nicht so komfortabel ausgelegt sind für eine solche lange Fahrzeit. Den letzten Hügel hatten wir geschafft und da war es… wir sahen das Ausmass des Feuers. Mann hörte nur noch die Motorgeräusche vom Fahrzeug, alle waren still und wir machten uns bereit für den Einsatz.
Nach der Ankunft wurden wir direkt von den örtlichen Freiwilligen Feuerwehr an die Feuerfront geleitet. Der Weg wurde vorher durch einen Bulldozer in die Landschaft gezogen. Dann begann der Kampf gegen das Feuer.
Mehrere Stunden bekämpften wir die Flammenfront mit unseren drei Fahrzeugen. Die Wasserversorgung zu unseren Tankern war immer gewährleistet. Wir hatten immer genügend Wasser und konnten unser Abschnitt halten.
Nach einer langen und intensiven Nacht war das Feuer soweit unter Kontrolle. Die Häuser waren nicht mehr in unmittelbarer Gefahr. Früh morgens um ca. 05:00 räumten wir unsere Schläuche zusammen und machten uns auf die Rückfahrt zur Wache. Nach der langen Nacht war es sehr still im Fahrzeug, alle waren geschaft und schliefen in den unmöglichsten Positionen. Ein Riesendankeschön an Reiner unser Fahrer, er hat uns während der ganzen Zeit immer sicher gefahren ohne Pause und Schlaf. Gerne wären wir noch länger geblieben, um die dortigen Einsatzkräfte zu unterstützen. Einige mussten wieder zurück, da einige wieder arbeiten mussten. Wir drei gingen ins Hotel, um uns ein bisschen auszuruhen.
Der nächste Termin war um ca. 16:00 im Depot... wir mussten ja unsere Fahrzeuge und Ausrüstung wieder auf Vordermann bringen.
Leider sind in den letzten paar Tagen 5 Feuerwehrleute ums Leben gekommen, beim Zusammenstoss von zwei Löschhelikoptern ist eine Besatzung gestorben und bei den schweren Bränden auf Kreta 3 weitere Feuerwehrleute.
Die Fahnen standen auf Halbmast und wir alle sind in Gedanken bei den Angehörigen und wünschen Ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Der Rest der 1. Woche war für diese Zeit sehr ruhig und wir verbrachten die Tage mit Patrouillendienst an diversen Standorten im Raum Marathon und erledigten ein paar kleinere Arbeiten auf der Wache. In der Freizeit gingen wir fein essen und verbrachten die Tage mit unserer grossen Familie zusammen.
Die 2. Woche startete wie die erste geendet hatte. Es war für uns sehr komisch ruhig, auch auf dem Funk lief nichts... Obwohl alle Organisationen sehr nervös waren. Seit einigen Tagen war Stufe Rot, mit viel Wind bis 80 km/h und Böen bis 60 km/h hatte. So etwas hatte es all die Jahre noch nie gegeben. Die Anspannung von jedem Einzelnen war zu spüren. Jeder war bereit für den nächsten Einsatz. Am nächsten Tag ging es wieder weiter. Kurz vor der Rückfahrt auf die Wache wurde es wieder einmal laut am Funk und der Puls ging wieder in die Höhe. Ein Brand in der Nähe von Pikermi im Gebiet von "Imero Pefko" wurde gemeldet und die Einsatzkräfte wurden zum Ereignis gerufen.
Reiner startete den Motor vom 10er und dann gings los... Die ganze Mannschaft hatte ein lächeln im Gesicht und freuten sich auf einen weiteren Einsatz um zu helfen. Angekommen am Einsatzort gings los. Ein Hubschrauber hatte den Brand bereits mit drei gezielten abwürfen soweit niedergeschlagen dass wir sicher mit anderen Mannschaften noch Nachlöscharbeiten durchführen mussten.
Der Einsatz ging schnell über die Bühne. Viele Einsatzkräfte waren daran beteiligt. Die Franzosen mit Ihren grossen Spezialfahrzeugen, die Berufsfeuerwehr und wir freiwilligen. Alle hatten nach dem Erfolgreichen Einsatz ein lächeln im Gesicht. Wir wurden informiert, dass ein brennendes Fahrzeug der Auslöser war und im Fahrzeug eine Tote Person aufgefunden wurde.
Der Einsatz war beendet und nach einigen obligaten Einsatzfotos fuhren wir zurück auf die Wache. Wir haben festgestellt, dass dies der dritte Einsatz am 11. August in den letzten drei Jahren war.
Der Rest der Woche war wieder sehr ruhig ohne weitere Einsätze. Nebst dem Patrouillendienst erledigten wir wieder diverse Arbeiten auf der Wache. Die Lounge musste noch weiter gebaut werden und der defekte Rollladen an Voutzas 10 musste noch repariert werden. Dieser ging leider vor der Überführung 2025 kaputt.
Zur grossen Freude kam Stavros wieder vorbei und leistete mit uns einige Wachschichten. Eine Freundschaft, die es in sich hat, er wohnt nicht in der Nähe und nimmt jedes Jahr den Weg auf sich, um mit uns Zeit zu verbringen. Er ging wieder nach Hause und einige Tage später kam er wieder mit der ganzen Familie, um uns zu besuchen und dass wir uns alle kennenlernen konnten. Der Abschied war wieder sehr hart und alle hatten Tränen in den Augen, doch bald werden wir uns wieder sehen.
Die drei Wochen gingen langsam dem Ende zu. Reiner reiste einen Tag vor uns ab, Dieses mal fand das Abschlussessen beim Vietnamesen statt, mal was neues.... kein griechisches Essen. Es hat allen geschmeckt und war ein toller, langer Abend.
Am Samstag mussten auch wir zwei Schweizer abreisen, wie bei allen immer mit einem weinendem und einem lachendem Auge. Wir haben wieder viel erlebt und die Zeit wird unvergesslich bleiben.
Nur Josef bleibt noch bis Mitte September in Griechenland und geniesst die Zeit.
Von Herzen danken wir allen Beteiligten für ihre Unterstützung, ihre Anteilnahme und die wertvolle Zeit, die sie uns geschenkt haben. Die ganze Pyseth-Familie bleibt für uns ein besonderer Teil unseres Lebens, und wir tragen sie mit grosser Dankbarkeit tief in unseren Herzen.
Wir haben Stavros ein Strahlrohr geschenkt und ein paar Tage später hat er uns die Bilder geschickt.
Ohne Worte...
Das wars für dieses Jahr.
und Tschüss...