Griechenland 2021


Wachschicht 14.08.2021 - 28.08.2021

Die Wachschicht 2021

Nach dem Besuch 2019 konnten wir im 2020 leider nicht nach Griechenland zu unseren neuen Freunden reisen. Wegen Corona war alles ganz anders gekommen und wir mussten unsere Reise verschieben.

Am 14.08.2021 war es wieder soweit und unsere Reise begann. Die Vorfreude war riesig, doch reisten wir mit gemischten Gefühlen nach Neos Voutzas da Georges und Ioannis nicht mehr unter uns waren. Doch im Herzen sind sie beide immer fest bei uns.

Gut angekommen begrüssten wir unsere Freunde auf der Wache. Am Sonntag war Maria Himmelfahrt und die Wache ist geschlossen. Wir verbrachten einen gemütlichen Tag in der Region und genossen die Sonne. Am Abend fuhren wir mit Manfred nach Rafina um gemeinsam am Hafen zu essen.

Am Montag um 09:00 begannen wir mit der Wachschicht, packten unsere Einsatzausrüstung in die Fahrzeuge und gingen auf Patrouille und trafen uns am Nachmittag wieder auf der Wache und genossen die Zeit zusammen.

Nach einer weile kahm die Meldung, das in Agios Konstantinos ein Brand ausgebrochen ist und wir mit unseren Fahrzeugen dorthin fahren sollen.

Nach einigen Minuten gings schon los und wir fuhren im Konvoi dort hin. Der Rauch war von weitem schon sichtbar und wir fuhren die zum Teil sehr engen und verwinkelten Strässchen den Hügel hinauf bis wir am Brandort ankamen. Wir teilten uns auf und begannen mit den Löscharbeiten.


Die Abenddämmerung brach ein und das Feuer war auch unter Kontrolle. Mit der Müdigkeit im Nacken machten wir Pause und bekamen eine Verpflegung per Kurier an unser Standort geliefert. Egal wo man hinschaute, überall entflammte immer wieder ein Baum oder Gebüsch in der Dunkelheit, natürlich unter dem klaren Sternenhimmel. Nach Mitternacht fuhren wir wieder zurück auf die Wache, wo uns der Kommandant erwartete. 

Am nächsten Tag ging es pünktlich wieder weiter mit der Wachschicht. Die Einsatznachbesprechung fand gleich zuerst statt und wir konnten uns austauschen. Danach ging eine Gruppe auf Patrouille und die andere wuschen Ihre Kleidung und Fahrzeuge. Nach einer ruhigen Schicht sprangen wir in den Hotelpool um uns ein bisschen abzukühlen und später ging es zum Abendessen.

Mittwoch morgen, pünktlich nach dem Morgendlichen Strandbesuch standen wir wieder auf der Wache bereit für die nächste Schicht. Nebst der Bereitschaft stand Gemeinnützige Arbeit für die Gemeinde an. Die einen gingen einen Kirchenplatz reinigen und die andere Gruppe musste wegen einer Baum fäll Aktion eine Brandwache stellen. Um die Mittagszeit waren alle wieder zurück auf der Station.

Es war es Mittag doch wenn man in den Himmel schaute, meine es sei schon Abend und die Sonne geht gleich unter. Rauch lag in der Luft, man richte es und der Himmel wurde immer dunkler. 

Wir erfuhren, dass in Vilia ein Brand ausser Kontrolle geraten sei und wir vom Griechischen Zivilschutz aufgeboten wurden um bei dem Grosseinsatz zu helfen. Nach der Absprache und Bereitstellung ging es los zum 90 Kilometer entfernten Einsatzort. Dort mussten wir uns bei der Berufsfeuerwehr melden und bekamen unser Einsatzbefehl.

Optimal waren wir für die Nacht nicht ausgerüstet... doch wir wussten uns zu helfen. Die einen schliefen auf dem Boden neben dem Tanker, andere auf dem oder im Fahrzeug. Die Nacht war kurz und geschlafen hat kaum jemand. Egal, wir warteten gespannt auf den Einsatz.

Die Sonne ging im Rauch auf und die ersten Flugzeuge und Helikopter kahmen schon geflogen und es ging los. Wir fuhren an unser Einsatzort, links und rechts ist vieles den Flammen zum Opfer gefallen und zwischendurch gibt es wieder unverbrannte Abschnitte. Am Einsatzort angekommen begannen wir mit den Löscharbeiten.

In diesen drei Einsatztagen haben wir viel erlebt... Die grosse Brandfläche, die Anzahl der Einsatzmittel: darunter verschiedene Flugzeuge, Helikopter, Löschpanzer, der tragische Unfall unseres Gruppenführers Stamos, der sich während dem Einsatz die Schulter gebrochen hatte und wir jederzeit vom Feuer überollt werden konnten. Zum Glück hatten wir einen Hubschrauber der uns den Rücken frei gehalten hatte. Stamos wurde ins Spital gebracht und unsere verkleinerte Truppe machte weiter.

Am Freitag, ging es im Verlauf des Morgens zurück auf die Wache, der Brand war soweit unter Kontrolle und die Freiwilligen Feuerwehren konnten zurückkehren. Kaum zurück auf der Wache, mussten wir Schweizer und Deutsche bei den Kommandanten antreten und ein Blatt "natürlich alles auf Griechisch geschrieben" unterschreiben. 

WIR SIND NOCH HEUTE SEHR STOLZ DARAUF EIN TEIL DER PYSETH-FAMILIE ZU SEIN. VIELEN DANK FÜR EUER VERTRAUEN.

Danach teilten Sie uns mit, dass wir nun ganz offizielle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr von Neos Voutzas sind. Danach ging es schnell ins Hotel um zu Duschen denn eine Stunde später mussten wir wieder da sein.

Eine Evakuationsübung in einem Camp für Kinder war geplant und da mussten wir nochmals einen Übungs-Einsatz leisten.


Die weiteren Tage verliefen sehr ruhig, Action hatten wir genug, doch irgendwie war es uns fast zu Ruhig geworden. Abends nach der Schicht war immer was los, Grillieren mit der ganzen Mannschaft auf der Wache, Vollmond-Bier an der Promenade von Nea Makri. Der Abreisetag steht an, die letzte Schicht beendet und die schwerfallende Verabschiedung vollbracht... Nun geht es ins Hotel um zu packen. Um 05:00 klingelt der Wecker und die fahrt zum Flughafen beginnt.

Das war die Wachschicht 2021. 



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